Warum Zuschauen nicht reicht: Die Kontrolle der Wahl lebt von der Öffentlichkeit, nachträgliches Prüfen hilft nur begrenzt, und deshalb zählt, was im Raum gehört und notiert wurde. Mit den Fundstellen beim Bundesverfassungsgericht.
Die Nachweiskette
Das Einmaleins der Wahlbeobachtung
Acht goldene Regeln für den Wahlabend: Vorbereitung, Pünktlichkeit, Auszählung, Dokumentation, nicht einschüchtern lassen, Ergebnisse einfordern.
Rechtsgrundlagen
Grundgesetz, Bundeswahlgesetz, Bundeswahlordnung, die Wahlgesetze der Länder. Wer den Wahlraum betreten darf, was der Wahlvorstand öffentlich tun muss, wann das Recht endet.
Für Wahlvorstände und Wahlleitungen
Wer da am Wahlabend im Raum steht, was er darf, was nicht, und wie die Auszählung mit Beobachtern reibungslos läuft.
Die Briefwahl-Lücke
Bei der Briefwahl prüft niemand, ob ein zurückgesandter Wahlschein je echt ausgestellt wurde. Wie groß die Lücke ist, was sie begrenzt, und wie sie sich schließen ließe.
Glossar
Wahlbezirk, Wahlkreis, Schnellmeldung, Niederschrift, Mandatsrelevanz, Wahlprüfung, TAN-Brief, Manifest. Kurz erklärt.
Welche Rechte und Pflichten haben Wahlbeobachter?
Dein Recht ist das Recht der Öffentlichkeit: Wahlhandlung und Auszählung sind öffentlich, und jede Person darf zusehen, solange sie nicht stört. Daraus folgt das Recht auf Zutritt zum Wahlraum, darauf, Dich überall im Raum aufzuhalten, solange Du nicht störst, auf eine verständliche Bekanntgabe des Ergebnisses und darauf, dass alle Schritte bis zur Unterschrift der Niederschrift im Raum geschehen. Das Bundesverfassungsgericht hat den Grundsatz der Öffentlichkeit der Wahl aus dem Grundgesetz abgeleitet.
Deine Pflicht ist, die Auszählung nicht zu stören. Du dokumentierst, Du greifst nicht ein und Du setzt keine Regeln durch. Du trägst keine Parteiabzeichen und bewertest nicht das Ergebnis, sondern das Verfahren. Für Foto- und Videoaufnahmen gelten je nach Bundesland eigene Regeln, und Wahlgeheimnis und Datenschutz gehen immer vor.
Ein Recht auf Nachzählen oder auf Einsicht in die Wahlunterlagen hast Du nicht. Mit der Unterschrift unter die Niederschrift endet die öffentliche Sitzung. Deshalb zählt, was Du im Raum gesehen, gehört und notiert hast.
Was dürfen Wahlbeobachter bei der Auszählung?
Im Wahlraum sein vom Zusammentritt des Wahlvorstands bis zur Unterschrift der Niederschrift. Sich überall aufhalten, wo man nicht stört, mit ein bis zwei Metern Abstand zu den Unterlagen. Mitschreiben, nachfragen, die App nutzen. Und beobachten, ob zuerst gezählt und dann sortiert wird, ob das Ergebnis verständlich verlesen wird und ob Schnellmeldung und Niederschrift im Raum erledigt werden.
Nicht Aufgabe der Beobachter: den Wahlvorstand korrigieren oder Regeln durchsetzen. Die Aufgabe ist die Dokumentation.
Alles zum Wahlabend auf der Seite Mitmachen →
Muss ich mich als Wahlbeobachter anmelden?
Nein. Die Auszählung ist öffentlich, und jede Person darf dabei sein, ohne Anmeldung, ohne Genehmigung, ohne Ausweis. Bei WABEO meldest Du Dich nur an, wenn Deine Beobachtung in die gemeinsame Auswertung einfließen und vor Gericht zählen soll.
Weitere Texte
Welche Rechte haben Wahlbeobachter?
Zutritt für alle, keine Anmeldung, Verhalten im Wahlraum, was nach Wahlschluss geschieht.
Verifizierte Wahlbeobachtung
Ein Schaubild zum Unterschied zwischen gewöhnlichem Zuschauen und verifizierter, flächendeckender, gerichtsfester Beobachtung.
Recherche zu Geisterwahlbezirken
Warum nach der Bundestagswahl 2021 mehr Wahlbezirke Ergebnisse meldeten, als vorher Wahlvorstände genannt wurden.
Wo sind die Briefe?
Ist die Wahl öffentlich, wenn die Hälfte aller Stimmen unbeobachtet ausgezählt wird?
Volksentscheid Hamburg
Fragen und Antworten zur Beobachtung eines Volksentscheids.
Häufige Fragen
Mitmachen, Ablauf am Wahltag, Kosten, Rechte, Technik. Die Antworten werden laufend ergänzt.