Newsletter KW 44 

Hallo!

Es wird nicht besser

Wir berichten heute aus Hamburg über ein klassisches Beispiel, wie sich in jedem Wahlbezirk zusätzliche Stimmen produzieren lassen, ohne dass es jemanden stört. Wir teilen eine Hörempfehlung über ernstzunehmende Rügen aus Kreisen internationaler Wahlbeobachter in Bezug auf deutsche Verhältnisse mit Euch. Außerdem waren zwei Wabeos auf einer wichtigen Reise. 

Hambuger Zukunftsentscheid

Am 10.12. wurde in Hamburg ein Volksentscheid durchgeführt, der ein neues Klimaschutzgesetz für die Hansestadt durchsetzen wollte. Eine bei WABEO aktive Wahlbeobachterin hat per Mail einige Beobachtungen notiert, WABEO hat hierzu Antworten verfasst.

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WABEO-Hörempfehlung

Wir empfehlen einen Podcast des Online-Senders "Kontrafunk" mit dem ehemaligen Frankfurter Rechtsanwalt Ulrich Fischer zur Bundestagswahl 2025. Beginn des Interviews bei Minute 11:00. 

Zum Podcast

Ulrich Fischer bemängelt insbesondere den Briefwahlanteil von über einem Drittel der Stimmen und den Ausschluss von über 200.000 sogenannter "Auslandsdeutschen". Betrachtet wird auch die Verschleppung der Behandlung der Wahleinsprüche. 

Verschleppung von Wahleinsprüchen

Zum obigen Podcast passt die folgende Meldung des Wahlbeobachters Andrej Hunko:

Deutschland  ist das einzige Land, das legal Wahleinsprüche verschleppen kann .

Hunko nahm als internationaler Wahlbeobachter für Europarat, OSZE und den Auswärtigen Ausschuss an rund 30 Missionen weltweit teil und macht auf einen gravierenden deutschen Sonderfall aufmerksam: Deutschland ist ihm als einziges Land bekannt, in dem das neu gewählte Parlament selbst über seine eigene Legitimität entscheidet – und das ohne jede zeitliche Frist. 

In den meisten Ländern gibt es unabhängige Wahlbehörden, die binnen weniger Tage entscheiden. So etwa in Georgien 2024, wo nach Protesten innerhalb kürzester Zeit knapp 15% der Wahllokale neu ausgezählt wurden. In Deutschland dauerte es nach der Pannen-Wahl in Berlin von 2021 fast zweieinhalb Jahre bis zur Durchführung der Nachwahl im Februar 2024. 

Bereits 2017 kritisierte die OSZE das deutsche System scharf: Es gebe keinen Zeitrahmen für Beschwerden, der lange Prozess widerspreche internationalen Standards und ein System, in dem das gewählte Parlament (also der Bundestag) die Rechtmäßigkeit seiner eigenen Mitglieder überprüft, werfe erhebliche Fragen zu Interessenkonflikten auf. 


WABEO auf "Forschungsreise"

      Zwei Vertreter von WABEO, Markus und Stephanie, waren am 22./23.10.2025 in der Schweiz, um neue Kontakte zu knüpfen. Insbesondere wollten sie Möglichkeiten finden, wie unsere Wahlergebnisse auf einer Blockchain abgelegt werden könnten. Das würde unsere Dokumentation (natürlich nur mit TAN-Nummer) unveränderlich festschreiben und jederzeit für jeden nachvollziehbar machen. Als Ergebnis kommen zwei Optionen in Frage, die unsere Forschungsreisenden vorschlagen weiterzuverfolgen: Rootstock und Cardano.


Nach der Wahl ist vor der Wahl!

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